Interaktion auf Augenhöhe.

Sie kennen Ihre Familie am besten. Wir bringen Haltung und Handwerk mit, damit Wege entstehen, die im Alltag tragen.

Unsere Haltung

Drei Prinzipien leiten unsere Arbeit. Sie gelten in jeder Begleitung, vom ersten Gespräch an.

Verstehen vor Verändern

Jedes Verhalten erfüllt eine Funktion. Dazu kommt: Dieselbe Situation sieht für Mutter, Vater und Kind oft ganz unterschiedlich aus, und alle diese Sichtweisen zählen. Darum entwickeln wir zuerst gemeinsam ein Bild davon, was in Ihrem Familienalltag geschieht, bevor wir etwas verändern. So können Lösungen entstehen, die von allen getragen werden.

Präsent und verlässlich

Wir bleiben. Gerade dann, wenn Ihre Familie uns am meisten braucht: ruhig, erreichbar und beharrlich, mit Gelassenheit und langem Atem. Dieselbe Präsenz stärken wir bei Ihnen als Eltern: sichtbar bleiben, in Beziehung bleiben.

Zugewandt und klar

Zugewandt und klar: Beides gehört für uns zusammen. Wir teilen offen, was wir wahrnehmen, und erarbeiten mit Ihnen, was es für Ihre Familie bedeuten könnte. Mit diesem neuen Wissen entscheiden Sie, was für Sie stimmt. Und Sie wissen jederzeit, woran wir arbeiten, welche Rolle wir haben und was mit Ihren Informationen geschieht.

Unser fachliches Handwerk

Hinter unserer Haltung steht fachliches Handwerk: Ansätze und Themen, die unsere Begleitung prägen.

Systemisch arbeiten

Wenn es zu Hause kracht, dreht sich der Streit oft im Kreis: Das Kind reagiert auf die Eltern, die Eltern auf das Kind, alle auf die Erschöpfung aller. Am Ende weiss niemand mehr, wo es angefangen hat. Genau darum setzen wir beim Zusammenspiel an, bei dem, was zwischen allen geschieht: Wir schauen mit Ihnen, welche Muster sich eingespielt haben und was sie am Laufen hält. Dabei arbeiten wir mit der ganzen Familie und bauen auf das, was schon trägt: die Stärken, Beziehungen und Lösungsideen, die jede Familie mitbringt. Verändert sich ein Teil des Musters, bewegt sich das Ganze. Oft reicht es, an der richtigen Stelle anzusetzen.

Kooperative Prozessgestaltung

Veränderung in einer Familie wächst Schritt für Schritt, und sie gelingt am besten auf einem Weg, den alle kennen. Darum arbeiten wir nach einem klaren gemeinsamen Vorgehen: Zuerst verstehen wir mit Ihnen, was los ist und was dahintersteckt. Dann legen wir zusammen fest, was sich ändern soll: Ziele, die für Ihren Alltag Sinn ergeben. Daraus entstehen konkrete nächste Schritte, die im Alltag Platz haben. Und wir schauen regelmässig gemeinsam hin: Was wirkt? Was braucht Anpassung? So wissen Sie jederzeit, woran wir arbeiten und warum. Jeden Schritt gestalten Sie mit. Das macht Begleitung nachvollziehbar: für Sie, für Ihr Kind und, wo ein Auftrag besteht, für die zuweisende Stelle.

Analytisch-diagnostische Phase

1

Gemeinsam verstehen

Was ist los? Wo liegen die Stärken im Familienalltag?

Handlungsphase

2

Ziele vereinbaren

Was wollen wir erreichen? Ein klarer Plan für alle.

3

Schritte im Alltag

Was probieren wir im Alltag aus? Wir starten in kleinen Schritten.

4

Wirkung prüfen

Sind wir auf dem richtigen Weg? Was muss angepasst werden?

Der Kreislauf beginnt von vorn

Neue Autorität

Die Neue Autorität nach Haim Omer verzichtet bewusst auf Strafen und Druck und baut auf Präsenz, Respekt und Beziehung. Im Kern geht es darum, dass Sie als Eltern ein verlässlicher Halt für Ihr Kind sein können: ruhig, beständig und auch in Konflikten erreichbar. Sie bleiben sichtbar und in Beziehung, standhaft in der Sache und gelassen im Ton; Selbstkontrolle, Deeskalation und das eigene Vorbild gehören dazu. Widerstand gilt dem Verhalten; das Kind bleibt als Person geachtet. Regeln entstehen nachvollziehbar und gemeinsam mit dem Kind. Und niemand trägt das allein: Wir knüpfen ein Netz aus Familie, Schule und Fachpersonen, das Sie stützt. So entsteht aus dem Entweder-oder von Nachgeben und Härte ein dritter Weg: verlässliche Beziehung bei klaren Grenzen.

Contactivity / Schulabsentismus

Manche Kinder und Jugendliche ziehen sich zurück: aus dem Familienleben, von Gleichaltrigen, oft auch aus der Schule, bis hin zum ganzen Fernbleiben. Häufig verlagert sich das Leben ins Zimmer und an den Bildschirm. Von aussen wirkt das wie Verweigerung, ist aber meist Selbstschutz: Ausdruck von Überforderung und Scham, nicht von Trotz. Hier arbeiten wir mit Contactivity nach Uri Weinblatt, einer Weiterentwicklung der Neuen Autorität für genau solche Situationen. Der Name verbindet «contact» und «activity» und beschreibt die Reihenfolge: Zuerst stellen wir die Verbindung wieder her, zur Familie, zu Bezugspersonen, zur Welt draussen. Die Aktivität folgt dann oft von selbst. Statt Druck und gut gemeinter Lösungsappelle setzen wir auf Gespräche, die in Kontakt bringen, und auf kleine Schritte, die sich summieren. So kann ein Kind nach und nach zurückfinden.

Zwei Themen kennen wir besonders gut: Medien und Neurodivergenz im Familienalltag. Die folgenden Felder zeigen, wie wir sie verstehen.

Medienpädagogik

Kaum ein Thema sorgt in Familien heute für so viel Streit wie digitale Medien: endlose Diskussionen um Bildschirmzeit, Gaming bis in die Nacht, das Handy, das nicht mehr weggelegt wird. Diese Konflikte gehören inzwischen zum Alltag vieler Familien, und sie sind ernst zu nehmen. Zugleich gilt: Für Kinder und Jugendliche sind digitale Medien Teil von Beziehung, Freizeit und Identität. Wirksame Medienerziehung beginnt darum mit der Anerkennung dieser Lebenswelt und hält beides zusammen: Teilhabe ermöglichen und schützen. Wir schauen mit Ihnen hin, was Ihr Kind online erlebt und kann und welche Funktion Games, Chats und Social Media für es erfüllen. Denn im Streit um Geräte und Zeiten zeigen sich oft tieferliegende Spannungen; dort setzen wir an, nicht nur an der Bildschirmzeit. Wo die Nutzung kippt, etwa wenn Gaming Schlaf, Schule oder Freundschaften verdrängt, handeln wir gemeinsam: mit Regeln, die mit Eltern und Kindern entwickelt werden und im Alltag halten, und mit einem klaren Blick auf die eigene Vorbildrolle. So wächst Medienkompetenz: kennen, nutzen, gestalten, kritisch einordnen.

Neurodivergenz

Gehirne sind verschieden, manche deutlich. Neurodivergent nennt man Menschen, deren Wahrnehmen, Denken und Reagieren sich spürbar von der Mehrheit unterscheidet; ADHS und Autismus sind die bekanntesten Formen, beide neurobiologisch bedingt und keine Folge von Erziehung. Ob daraus im Alltag Schwierigkeiten werden, hängt selten vom Kind allein ab, sondern davon, wie gut seine Art und die Anforderungen um es herum zusammenpassen. An dieser Passung arbeiten wir: Nicht das Kind soll sich verbiegen, der Alltag soll zu ihm passen. Das entlastet das Kind und die ganze Familie.

ADHS

Aufstehen, Hausaufgaben, Zubettgehen: Bei ADHS können die immer gleichen Momente jeden Tag aufs Neue zum Kampf werden. Das Verwirrendste daran: Es geht ja manchmal. Was das Kind packt, gelingt stundenlang konzentriert; was es nicht packt, scheitert nach Minuten. Das sieht aus wie fehlender Wille. Tatsächlich ist ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) eine Besonderheit der Hirnentwicklung: Botenstoffe, unter anderem Dopamin, regeln das Anfangen, Dranbleiben und Umschalten anders, und oft auch das Bremsen von Impulsen und Gefühlen. Ermahnungen und gute Vorsätze ändern daran wenig. Was hilft, ist ein Alltag, der mitsteuert: klare Abläufe, verlässliche Routinen, machbare Schritte. Den bauen wir gemeinsam mit Ihnen auf. So kann aus dem Dauerkampf Schritt für Schritt wieder Alltag werden.

Autismus

Ein voller Pausenplatz, ein geänderter Stundenplan, eine ungewohnte Bitte: Was für andere nebenbei läuft, kann ein autistisches Kind aus der Bahn werfen. Autistische Kinder nehmen die Welt anders und oft intensiver wahr. Geräusche, Licht oder Durcheinander können überwältigen, wo andere kaum etwas bemerken. Soziale Regeln, die sich für andere von selbst verstehen, müssen sie sich Stück für Stück erschliessen. Fachleute sprechen von einer Autismus-Spektrum-Störung. Für uns zählt vor allem das Wort Spektrum: Kein Kind ist wie das andere. Darum lernen wir zuerst Ihr Kind kennen: was es braucht, was es stresst, was ihm Halt gibt. Dann gestalten wir den Alltag entsprechend: klare Kommunikation, weniger Reizdruck, verlässliche Vorhersehbarkeit. Sicherheit ist der Boden, auf dem Entwicklung möglich wird.

Verlässlich und vertraulich

Was Sie uns anvertrauen, ist geschützt. Wir arbeiten nach dem Berufskodex von AvenirSocial, dem Schweizer Berufsverband der Sozialen Arbeit, und richten uns nach dem Leitbild und den Arbeits- und Handlungsprinzipien der Sozialpädagogischen Familienbegleitung Schweiz. Wir unterstehen der Schweigepflicht und dem Datenschutz. Fachstellen stellen wir unser pädagogisches Konzept und unsere Qualitätsstandards auf Anfrage gerne zur Verfügung.